Bereits zum 01.01.2020 wurde § 8 Abs. 1 EStG neu geregelt, um Abgrenzungsschwierigkeiten zwischen Sachbezug und Geldleistung auszuräumen. Die vom Gesetzgeber erhoffte Rechtssicherheit trat im Anschluss jedoch nicht ein. Durch das Schreiben des Bundesfinanzministeriums vom 13.04.2021 wurden nunmehr viele der offenen Fragen geklärt.

 

Sachbezug i.S.d. § 8 Abs. 2 Satz 1 EStG i.V.m. § 8 Abs. 1 Satz 3 EStG

Sachbezüge sind alle nicht in Geld bestehenden Einnahmen. Demnach liegt kein Sachbezug vor, wenn der Arbeitnehmer anstelle des Sachbezugs eine Geldleistung verlangen kann, selbst wenn der Arbeitgeber die Sache zuwendet.

Zur Klarstellung tragen nun die im BMF-Schreiben vorgenommenen Darstellungen zur Gewährung von Gutscheinen oder Geldkarten bei, die nach den Voraussetzungen des § 2 Abs. 1 Nr. 10 ZAG die Voraussetzungen des Sachbezugs erfüllen. Ein Sachbezug sind demnach Gutscheine oder Geldkarten, die unabhängig von einer Betragsangabe dazu berechtigen, ausschließlich Waren oder Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen, die vom Aussteller des Gutscheins aus dessen Produktpalette bezogen werden können. Diese Regelung gilt jedoch nicht, wenn die Gutscheine oder Geldkarten eines Onlinehändlers auch für Produkte von Fremdanbietern eingelöst werden können. Demnach stellt beispielsweise ein Amazon-Gutschein keinen Sachbezug dar.

 

Geldleistungen i.S.d. § 8 Abs. 1 Satz 2 EStG sind u.a.:

  • Zahlungen des Arbeitgebers an seine Arbeitnehmer bei Abschluss einer Krankenversicherung und Beitragszahlung durch den Arbeitnehmer, wenn die Zahlung des Arbeitgebers mit der Auflage verbunden ist, dass der Arbeitnehmer mit einem vom Arbeitgeber benannten Versicherungsunternehmen den Vertrag abschließt.
  • Inländische Zahlungsmittel oder Zahlungen in einer frei konvertiblen und im Inland handelbaren ausländischen Währung
  • Zahlungen des Arbeitgebers an den Arbeitnehmer anstelle der geschuldeten Waren oder Dienstleistungen (zweckgebundene Dienstleistungen und nachträgliche Kostenerstattungen).

 

Nichtbeanstandungsregelung

Die Gewährung von Gutscheinen oder Geldkarten, die nicht die Voraussetzungen des § 2 Abs. 1 Nr. 10 ZAG erfüllen, sind ab dem 01.01.2022 nicht mehr als Sach-, sondern als Geldleistungen anzusehen. Dazu gehören Geldsurrogate wie Geldkarten oder Wertguthabenkarten in Form von Prepaid-Kreditkarten, die im Rahmen von unabhängigen Systemen des unbaren Zahlungsverkehrs eingesetzt werden können.

 

Fazit

Das BMF-Schreiben stellt mit seinen hilfreichen Beispielen und Aufzählungen eine gelungene Ergänzung der gesetzlichen Neuregelung dar.

 

Für allgemeine Fragen zu diesem Thema stehen Ihnen unser Geschäftsführer Herr Penzel und unsere Steuerberaterin Frau Lorenz unter Tel. 0351/8070140 gern zur Verfügung.

 

 

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